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Geschichte der Seemannsmission Cuxhaven

Zu Beginn des Jahres 1908 wird  auf Betreiben des Direktors des Seefischmarktes Cuxhaven Friedrich Duge das „Komitee zur Errichtung eines Seemannsheimes in Cuxhaven“ gegründet.

Bereits am 14. Mai 1908 wird das frühere „Hafen Hotel“ (davor „Hotel National“) in der Woltmannstraße angemietet, um hier ein Seemannsheim einzurichten. Es werden ein großes Lesezimmer, eine Hauselternwohnung sowie Logierräume mit zunächst zwölf Betten geschaffen. Am 4. Juli 1908 wird das erste Seemannsheim in Cuxhaven eröffnet. Des weiteren wird, ähnlich wie in anderen Seemannsheimen, mit Unterstützung der Hafenbehörden und Reeder im Haus eine Heuerstelle eingerichtet. Diese soll unseriösen Heuerbasen entgegenwirken und jüngere unerfahrene Seeleute vor Ausbeutung bewahren.

Zu den Aufgaben der Seemannsmission gehören auch die Besuche an Bord der Schiffe. 1909 werden bereits 1084 Schiffe besucht, 9100 Gäste nehmen das Lesezimmer in Anspruch und 514 Seeleute verbringen 3567 Nächte im Heim. Das Heuerbüro vermittelt 1352 Seemänner.

1911 wird der „Verein für die Wohlfahrt der Seeleute“ –heute „Seemannsmission“ gegründet.

Während des ersten Weltkrieges werden Mannschaften der Marine und des Seebataillons im Heim einquartiert.

1921 kauft die Mission das ehemalige Hotel „Kaiserhof“ in der Deichstraße und bezieht dort am 10. Juli ihr neues Domizil mit 52 Betten.

1941 wird das Seemannsheim durch die Wehrmacht beschlagnahmt, es wird mit Marine und Rüstungsarbeitern belegt. Nach Kriegsende werden Vertriebene einquartiert.

Im Herbst 1947 wird Betrieb des Heimes wieder aufgenommen. Erst 1949 nach dem Auszug der letzten Vertriebenen ausgezogen sind, ist das Heim wieder vollständig in Betrieb. Und bis Ende der sechziger Jahre werden Heim und Schiffsbesuche mit großem Erfolg betrieben. Danach wird es auf Grund der kurzen Liegezeiten und der veränderten Zusammensetzung der Mannschaften immer schwieriger das Heim kostendeckend zu betreiben. Am 31.März 1973 wird das Seemannsheim endgültig geschlossen. Ein neuer Standort ist für die Deutsche Seemannsmission vorerst nicht finanzierbar.

Erst 1977 wird die Seemannsmission Cuxhaven wieder errichtet. Am 9.März 1978 wird das Seemannsheim im Grünen Weg 25 eröffnet. Neben einigen Betten befindet sich im Haus ein „Clubbereich“, in den Seeleute von Bord eingeladen werden um sich in gemütlicher Atmosphäre zu entspannen. Heutzutage sind hier, neben der Möglichkeit zur Begegnung, vor allem die günstige Telefonate in die Heimat und der Internetzugang sehr beliebt.

Die wichtigsten Bereiche der täglichen Arbeit stellen heutzutage die Besuche an Bord und bei erkrankten Seeleuten im Krankenhaus dar.